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Barbara Lochbihler - Interview in Coburg

Lochbihler-Pressefoto

Im Rahmen eines Besuchs in Coburg zur Podiumsdiskussion der Bayerischen SpitzenkandidatInnen zur Europawahl führten wir mit Barbara folgendes Interview:

 

 

Vorbemerkung:

   

Am 27. Mai kam Barbara Lochbihler, Spitzenkandidatin der Bayerischen Grünen
für die Wahl zum Europaparlament, nach Coburg, um an einer abendlichen
Podiumsdiskussion im Kongresshaus Rosengarten teil zu nehmen. Die
Gelegenheit für ein Pressegespräch, dachten sich die Stadt-Grünen und luden
schriftlich die Redaktionen von Coburger Tageblatt und Coburger Neue Presse
ein. Barbara kam extra früher nach Coburg, doch zum Pressetermin stellte
sich niemand ein. Erst auf Nachfrage bei den Redaktionen erfuhr
Vorstandssprecherin Martina Weyh, dass beide Zeitungen nicht bereit waren,
die Gelegenheit zum Gespräch mit Barbara Lochbihler zu nutzen!

 


 

Interview von Wolfgang Weiß

 

Wolfgang: Was hat Dich dazu bewogen, von der Tätigkeit einer Generalsekretärin bei Amnesty International als Abgeordnete ins Europaparlament zu wechseln?

 

Barbara: Ich hatte jetzt siebzehn Jahre lang verschiedene Führungspositionen in nichtstaatlichen Organisationen inne. Ich war jahrelang auf der internationalen Ebene tätig. Meine bisherigen Tätigkeiten verschafften mir viel Erfahrung und eine gute Beobachtung der politischen Szene. Aber ich war als Vertreterin einer Nichtregierungsorganisation immer diejenige, die von „außen" etwas anstoßen, verbessern wollte. Die Europaebene bietet sich an, jetzt von „innen" Möglichkeiten für Veränderungen und Verbesserungen auszuloten und bestimmte Dinge durchzusetzen.

 

Wolfgang: Und warum trittst Du für die Grünen an?

 

Barbara: Als die Bayerischen Grünen 1987 erstmals den Einzug in den Landtag schafften, arbeitete ich im Büro der Grünen-Fraktion, ohne jedoch Mitglied der Partei zu sein. Schon als Studentin interessierten mich Themen wie Frauengleichstellung, internationale Solidarität, menschenrechtskonforme Asyl- und Flüchtlingspolitik. Und bei meiner Überlegung „Welche Partei macht diese Themen zu ihrer Politik?" war die Entscheidung leicht, zu den Grünen zu gehen. Ich führte Gespräche, ob ich auf der Liste der Bündnisgrünen für das Europaparlament kandidieren könne, und meine Gesprächspartner signalisierten Zustimmung.

 

Wolfgang: Welche Ziele hast Du, wenn Du Abgeordnete des Europaparlaments bist?

 

Barbara: Wenn ich ins Europaparlament komme, möchte ich Mitglied im Menschenrechtsausschuss, einem Unterausschuss des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten werden, der aber eventuell zu einem Vollausschuss aufgewertet wird. Ich will versuchen, soziale, ökologische und Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene zugunsten der bayerischen Regionen mit zu gestalten. Ich bin als Abgeordnete mit drei Mitarbeiterstellen für meine Arbeit gut ausgestattet. Ich möchte eine halbe Stelle in Bayern schaffen, um den Kontakt mit den Menschen vor Ort zu pflegen. Und eine halbe Stelle soll in Berlin angesiedelt werden, um die Verbindung zur Bundespolitik zu haben.

 

Wolfgang: Welchen menschenrechtlichen Themen sind denn in der Europapolitik drängend?Lochbiehler-WW

 

Barbara: Es geht z.B. um die Flüchtlingsdramen an den EU-Aussengrenzen. Hier werden die Standards der Genfer Flüchtlingskonvention nicht eingehalten. Innerhalb der EU müssen wir Diskriminierungen von Minderheiten feststellen. Und Menschen ohne Aufenthaltspapiere werden grundlegende Rechte wie der Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Bildung verwehrt. Auch in der Aussenpolitik der EU wünsche ich mir, dass die Menschenrechte einen höheren Stellenwert einnehmen.

 

Wolfgang: Für deine zukünftigen Aufgaben wünschen wir dir viel Erfolg.

 

 

Barbara Lochbihler war unter anderem Leiterin eines Alten- und Servicezentrums in München, Generalsekretärin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit in Genf, und sie leitete von 1999 bis 2009 die deutsche Sektion von Amnesty International.

 

Wolfgang Weiß, 27.05.2009

 

 

 

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