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Eine weitere Stromtrasse soll durch Oberfranken gebaut werden!

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU Teaser

Die Energiewende erfordert die Anpassung des deutschen Stromnetzes. Im Coburger Land sorgte die sogenannte "Südwestkuppelleitung" für heftige Diskussionen. Von vielen wird angezweifelt, ob die Trasse wirklich nötig ist. Nun entbrennt auch harsche Kritik an einer Hochspannungs-Gleichstrom-übertragungsleitung, die östlich von uns geplant wird.

 

Die Stadthalle in Kulmbach war am vergangenen Dienstag (28.01.2014) brechend voll: Der Netzbetreiber Amprion GmbH führte zusammen mit der Deutschen Netzagentur die erste Informationsveranstaltung zur geplanten Hochspannungs-Gleichstromübertragungsleitung durch, die von Bad Lauchstätt in Sachsen-Anhalt nach Meitingen in Schwaben gebaut werden soll. Die sogenannte Gleichstrompassage Süd-Ost ist angeblich notwendig, um Windstrom aus dem Norden nach Süden zu transportieren und damit den Wegfall der bayerischen Atomkraftwerke zu kompensieren, von denen das letzte 2022 abgeschaltet werden soll. Aufgrund der angeblichen Bedeutung dieser Trasse für die Energiewende und Sicherstellung der Versorgungssicherheit ist es als Projekt Nummer 5 im Bundesbedarfsplangesetz, das im Juli 2013 von der schwarz-gelben Koalition verabschiedet wurde, aufgenommen worden. Ähnlich wie bei den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit hat der Bau dieser Stromtrasse also Gesetzesrang, was die Möglichkeiten von Einsprüchen und Klagen von Betroffenen erheblich einschränkt.

 

Dass es nicht unbedingt eine harmonische Veranstaltung werden würde, damit hatten die Organisatoren wohl gerechnet: Die Polizei befand sich außerhalb der Halle, jede Menge Sicherheitspersonal in der Halle. Viele Interessierte, die gekommen waren, wollten das Gesagte nicht einfach so hinnehmen. Hier prallten Planer und Vertreter von Organisationen, die mit dem Bau dieser neuen Stromtrasse beauftragt sind und damit ihr Geld verdienen, mit Betroffenen zusammen. Begriffe wie "Netzentwicklungsplan", "Raumwiderstandsklassen" oder "Bündelungsstrategie" lösten Kopfschütteln und Buh-Rufe aus. In der anschließenden Fragerunde machten viele Betroffene ihrem Ärger Luft: Wo blieben bei all diesen Planungen die Menschen? Was für eine Qualität hat die Beteiligung von Betroffenen, wenn es nicht mehr um das "ob", sondern nur noch um das "wie" ginge? Und - auch hier - die entscheidende Frage: Wird diese Trasse, die mit 1 Milliarde Euro Kosten zu Buche schlagen wird, tatsächlich für die Energiewende benötigt?

 

Große Zweifel sind vorhanden, und berechtigt! In den neuen Bundesländern ist nicht nur ca. 40 Prozent der derzeit vorhandenen Windenergieleistung in Deutschland installiert. Hier wird auch der Großteil der deutschen Braunkohlekraftwerke betrieben. Die Große Koalition setzt die kohlefreundliche Politik der schwarz-gelben Vorgängerregierung fort und die Verstromung von Kohle boomt, ausgerechnet in Zeiten der Energiewende! Neue Leitungen sollen wohl eher den ungestörten Betrieb von Kohlekraftwerken sicherstellen und von der Einspeisung von Strom aus Windenergieanlagen unabhängig machen, was letztlich zur Folge hat, dass das neue Stromnetz völlig überdimensioniert wird. Darauf macht schon seit Jahren Prof. Lorenz Jarass aufmerksam, der für die Interessengemeinschaft Achtung-Hochspannung ein Gutachten geschrieben hat. Diesen Kritikpunkt griff auch das Bayerische Fernsehen mit einem Beitrag auf.

 

Ein überdimensionierter Netzausbau, das bedeutet: Erhebliche Mehrkosten, die hauptsächlich von den privaten Haushalten über die Netzumlage finanziert werden müssen. Unnötige Eingriffe in eine bereits jetzt schon durch Infrastruktureinrichtungen stark belastete Natur. Mit schwer zu kalkulierenden gesundheitlichen Risiken für die Menschen, die neben den Stromtrassen leben müssen! Die Tatsache, dass es keine gesetzlich geregelten Mindestabstände von Stromleitungen zu Wohnbebauung in Deutschland gibt, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass sonst Projekte wie dieses nicht mehr realisierbar wären!

 

Ein Bürger, der sich bei der Veranstaltung in Kulmbach zu Wort meldete, sagte: "In Sachen Energiewende haben wir hier in Oberfranken unsere Hausaufgaben gemacht. Und jetzt sollen wir für das 'Filetstück Südbayern' bluten!" Ein anderer meinte wütend: "Unser Landesvater liebt nur seine Oberbayern. Und er interessiert sich für uns nur in Wahlzeiten!" Tatsächlich ist das Verhalten von Horst Seehofer und der bayerischen Staatsregierung ambivalent, was auch in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen wurde.

 

Die bayerischen Grünen kritisieren ebenfalls die Position der bayerischen Staatsregierung. Fraktionsvorsitzende Margarete Bause sieht in Horst Seehofer einen der "Väter" der neuen Stromtrasse, denn die CSU habe den Gesetzen, die den Leitungsneubau ermöglichen, im Bundestag zugestimmt.

 

Die Grünen im östlichen Oberfranken haben sich auch bei der Info-Veranstaltung von Amprion und der Bundesnetzagentur deutlich positioniert: Dagegen!

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 01

Der Saal der Stadthalle Kulmbach: Gedrängt voll.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 02

Vertreterinnen von Amprion und der Netzagentur, zusammen mit dem Moderator der Veranstaltung.

 

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 03

Zahlreiche Interessierte fanden nur noch im Foyer Platz. Die Präsentationen aus dem Saal wurden auf zusätzlichen Leinwänden übertragen, den Vorträgen konnte man mit Lautsprechern folgen.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 04

Die aufgehängten Karten stießen auf reges Interesse.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 05

Amprion hat bereits verschiedene Trassenvarianten ausgearbeitet: Damit ist die Diskussion um den Verlauf der Gleichstrompassage Süd-Ost in Oberfranken eröffnet.

 

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 06

Infoposter der Bundesnetzagentur.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 07

Die Bürgerinitiativen gegen die Stromleitung zeigten Flagge.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 08

"Für die einen 400.000 Kilobits DSL, für uns 450.000 Volt"

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 09

Info-Poster der Grünen.

 

2014.01.28 Infoveranstaltung Amprion KU 10

"Keine Trasse für Braunkohle- und Atomstrom durch Oberfranken!" - Energiewende sieht anders aus!

 

Wolfgang Weiß

02.02.2014

 

 

 

 

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