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Ekin Deligöz für Kindergrundsicherung

Ekin Deligöz

Ekin Deligöz ist seit 1998 für die Grünen im Bundestag. Als kinder- und familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion und Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestag setzt sie sich engagiert für die Rechte von Kindern ein. Hier der Bericht mit Bildern zu Ekins Besuch in Coburg.

 

"Als engagierte Kinder- und Familienpolitikerin werde ich mich weiterhin gegen Kinderarmut und für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzen. Denn Kinder und Jugendliche, egal welcher Herkunft, brauchen in unserer Gesellschaft eine starke Lobby." Das machte Ekin bei ihrem Vortrag in der "Neuhofer Stube" von Johanna und Dieter Schilling im Gut Neuhof am Montag Abend deutlich. Der grüne Kreisverband Coburg-Stadt hatte den Besuch von Ekin organisiert, die Veranstaltung wurde von Vorstandssprecher Roman Kollar moderiert.

 

Ekin zeigte im ersten Teil ihres Vortrags auf, wie die Situation von Kindern und Familien gegenwärtig in Deutschland aussieht. Ein großer Teil der Kinder wächst in materiell abgesicherten und familiär stabilen Verhältnnissen auf, aber über eine Million Kinder sind von Armut betroffen. In Bayern leben 7,6 Prozent der Kinder in sogenannten Hartz-IV-Familien, im "reichen" Coburg sind es 16,3 Prozent! Jedes vierte Kind hat einen Migrationshintergrund, und da zählt Ekin auch Kinder aus Familien mit dazu, die als Aussiedler aus den GUS-Staaten nach Deutschland gekommen sind. In Großstädten, und da zählt Ekin auch Nürnberg dazu, hat jedes zweite Kind mindestens ein Elternteil, das aus einem anderen Land stammt oder ist im Ausland geboren. Die Statistiken zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund es in unserer Gesellschaft besonders schwer haben, qualifizierte Schulabschlüsse zu erreichen oder sich beruflich zu etablieren. Ekin zeigte aber auch eine andere Entwicklung auf: unsere Gesellschaft wird älter. Während bis zum Jahr 2050 die Einwohnerzahl von jetzt 83 Millionen auf 69 Millionen sinken wird, wird im selben Zeitraum der Altersdurchschnitt der BundesbürgerInnen von jetzt 42 Jahren auf 50 ansteigen. Das hat Konsequenzen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rente. Und natürlich auf die junge Generation von heute, die in Zukunft diese Leistungen mit erbringen und finanzieren muss.

 

Um allen Kindern die Chance für eine bestmögliche Entwicklung zu geben, aber auch um für die Aufgaben der Zukunft gewappnet zu sein, müsse, so Ekin, die Kinder- und Familienpolitik reformiert werden. Und das betrifft die verschiedensten Bereiche. Zum Beispiel das Steuerrecht. Gegenwärtig wird die Ehe durch das Ehegattensplitting vom Staat gefördert. Davon profitierten besonders Besserverdienende ohne Kinder. Sie will steuerliche Vergünstigung für Familien. Und Familie ist für sie dort, wo Verantwortung für Kinder übernommen wird. Ein anderer Bereich ist die Bildung. Die Föderalismusreform der Großen Koalition war in Ekins Augen im Bildungsbereich eine Katastrophe: während der Bund während der rot-grünen Regierungszeit Ganztagsangebote an Schulen fördern konnte und dafür immerhin 4 Milliarden Euro einsetzte, fiel das nach dem Regierungswechsel weg. Und zahlreiche Beispiele belegen, dass Ganztagsangebote an Schulen Kindern und Jugendlichen helfen, über Bildung aus der Armutsfalle heraus zu kommen. Aber auch im Bereich der Frühförderung muss mehr investiert werden. Das ist aber nur mit entsprechend qualifiziertem Personal zu erreichen, das dann auch eine bessere Bezahlung verdient hat. Ekin sprach die grüne Idee des "Bildungs-Soli" an: bisher seien die Mittel des Solidaritätszuschlags hauptsächlich in Beton und Asphalt gegossen worden. Die Grünen wollen einen Teil dieser Mittel für die "Bildungs-Infrastruktur" ausgeben: nicht nur in den Bau von Kindertagesstätten, Kindergärten und Ganztagsschulen, sondern vor allem in die Aus- und Fortbildung von ErzieherInnen und PädagogInnen und für die Einstellung von mehr Personal. Das wäre eine angemessene Reaktion auf die Tatsache, dass es immer weniger Kinder in Deutschland gebe, aber die Zahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Sprachproblemen und Schulschwierigkeiten zunehme.

 

Die grüne Grundsicherung für Kinder wäre ein Baustein, die finanziellen Bedingungen in armen Familien deutlich zu verbessern: monatlich 330 Euro für jedes Kind, die ohne Bedingungen vom Staat gezahlt werden und damit den Eltern zahlreiche Laufereien zu den verschiedensten Ämtern ersparen (ein Zeit- und Nervengewinn zugunsten der Kinder). Ekin will das Ganze mit dem Abbau von Steuerprivilegien gegenfinanzieren.

 

Ekins Vortrag schloss sich eine lebendige Diskussion an. Kritisiert wurde der Umstand, dass in Kindergärten und Schulen sehr wenige der dort tätigen ErzieherInnen und LehrerInnen selbst einen Migrationshintergrund haben, was hauptsächlich an der Personalpolitik der Träger liegt. Oder dass es im Bildungsbereich bereits jetzt ein Stadt-/Land-Gefälle gibt und die Schullandschaft in den ländlichen Regionen zu verarmen droht. In der Diskussion stieß man auch auf die Bedeutung einer beruflichen Tätigkeit, die weit über die Existenzsicherung hinausgeht, dass Arbeit Integration, Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe bedeutet - alles Werte, die wir auch unseren Kindern vermitteln wollen.

 

Hier können Sie die Berichterstattung im Internetfernsehen itv-coburg sehen.

 

Wolfgang Weiß, 15.09.2009

 

Ekin 1

Vorstandssprecher Roman Kollar, MdB Ekin Deligöz, Vorstandssprecherin Martina Weyh, Schatzmeister Bernd Carl

 

Ekin 2

Ekin beim Vortrag

 

Ekin 3

Die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Neuhofer Stube

 

Ekin 4

Während der Diskussion

 

 

Ekin 5

Die gemütliche Abschlussrunde beim Essen

 

 

 

 

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