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"Mehr als ich kann" mit Elisabeth Scharfenberg, MdB

Etwa 2,46 Millionen Menschen in Deutschland bekommen derzeit offiziell Leistungen aus der Pflegeversicherung - die Zahl der Hilfsbedürftigen aber ist weitaus höher. Rund 69% von ihnen werden zu Hause gepflegt und betreut:von ambulanten Pflegediensten, in der Hauptsache aber von Angehörigen.

Grund genug, sich die Situation dieser pflegenden Angehörigen genauer anzuschauen. Elisabeth Scharfenberg, MdB, und Johanna Thomack, Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige im AWO Mehrgenerationenhaus in Coburg, kamen dazu am 16. Juli nach einem Ausschnitt aus dem Film "Mehr als ich kann" von Herbert Link auf dem Podium ins Gespräch.

 

Eine typisch Pflegende ist weiblich, 61 Jahre alt, hat zwei erwachsene Kinder und ist nicht berufstätig. Damit wird Pflege zu einem prägenden Teil des Lebens, zumal die Hälfte der pflegenden Frauen schon bis zu drei Jahren der Pflege nachgehen. Meist erfolgt diese Entscheidung nicht bewusst, da der Unterstützungs- und Pflegebedarf entweder erst nach und nach anwächst - oder aber ganz plötzlich entsteht, sodass keine Alternativen bestehen.

 

Nicht jede/r weiß dann, was ihm oder ihr an Unterstützungsmöglichkeiten zusteht: Viele Leistungen der Pflegekassen werden laut Elisabeth Scharfenberg gar nicht oder sehr wenig nachgefragt, obwohl sie zur Verfügung stünden. Dabei, das berichtete Johanna Thomack, gibt es inzwischen eine Vielzahl auch kleinteiliger und kurzzeitig nutzbarer Unterstützungsangebote gerade für die pflegenden Angehörigen, z.B. Pflegehelfer/innen, welche sich um die eigentlich Pflegenden kümmern, oder die Möglichkeit der Kurzzeit- oder Tagespflege.

 

Denn hilfs- und pflegebedürftige Menschen brauchen andere Menschen, die sich zuverlässig um sie kümmern. Das aber kann über längere Zeit nur, wer selbst gesund und emotional stabil bleibt. Sich der Pflege eines Angehörigen zu widmen stellt für viele Menschen zwar einen – oft als selbstverständlich empfundenen – Teil ihres Alltags dar, dabei jedoch stoßen sie oft an Grenzen in neuen, ungewohnten, vielleicht auch unangenehmen Situationen.

 

In der anschließenden Diskussion, die von Martina Benzel-Weyh, Vorstandssprecherin der Grünen Coburg, moderiert wurde, konnte auch das Publikum Anliegen oder Fragen einbringen. Johanna Thomack konnte hier teils direkte Kontakte herstellen oder die nötigen Infos geben.

 

Dennoch bleibt weiterhin viel zu tun, daher stellte abschließend Elisabeth Scharfenberg die grünen Vorstellungen und Pläne für die Pflege vor: So muss unter anderem ein neues Verständnis von Pflegebedürftigkeit entstehen, das die Grundlage für umfassendere Hilfe und die Einbeziehung eines größeren Personenkreises darstellt. Jede Hilfe muss sich darüber hinaus an den individuellen Bedürfnissen und dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung orientieren: Nicht was eine Person nicht mehr kann, sollte der Maßstab sein, sondern die möglichst langfristige Erhaltung dessen, was er oder sie noch kann. Weitere Ziele sind eine Bürger-Pflegeversicherung, eine wirklich sinnvolle Gestaltung der Familienpflegezeit und unterstützende Angebote vor Ort im Quartier.

 

Mehr zu den grünen Plänen (nicht nur für die Pflege) gibt es unter www.gruene.de/partei/gruenes-wahlprogramm-2013.html.

2013.07.16 Mehr als ich kann 01

 

2013.07.16 Mehr als ich kann 02

 

Johanna Thomack, Elisabeth Scharfenberg und Martina Benzel-Weyh (von links nach rechts)

 

 

2013.07.16 Mehr als ich kann 03

 

Ein interessiertes Publikum beschäftigte sich bei sommerlichen Temperaturen mit einem nicht ganz einfachen Thema.

 

 

2013.07.16 Mehr als ich kann 04

 

Elisabeth Scharfenberg berichtete aus der Politik, hatte aber auch Fragen an Johanna Thomack.

 

 

2013.07.16 Mehr als ich kann 05

 

Johanna Thomack erlebt täglich die Herausforderungen, denen sich pflegende Angehörige stellen müssen.

 

 

2013.07.16 Mehr als ich kann 06

 

Martina Benzel-Weyh moderierte die anschließende Diskussion mit dem Publikum.

 

 

Ina Sinterhauf / Wolfgang Weiß

16.07.2013

 

 

 

 

 

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