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Erinnerungen wach halten - Aktionen zum Gedenken an die Reichsprogromnacht

2012.11.09 Gedenkmarsch Stolpersteine Teaser

"Was machen die denn da?" fragten sich am 9. November viele Passanten in den Straßen rund um die Coburger Innenstadt. Menschen mit Eimern, Lappen, Schrubbern und Putzmittel in der einen und Kerzen und Rosen in der anderen Hand liefen durch die Stadt, knieten auf dem Pflaster und putzten die Erinnerungen an das jüdische Leben in Coburg ... die Stolpersteine.

 

Oftmals nicht beachtet, einfach nur auf dem Weg liegend, fanden die Steine, die an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, an die Familie von nebenan, an Freunde und Kolleginnen und Kollegen erinnern, die von Nationalsozialisten unterdrückt, vertrieben, misshandelt, verschleppt und deportiert wurden, besondere Aufmerksamkeit. Viele Coburgerinnen und Coburger verweilten einen Moment und blickten auf die frisch geputzten Steine, die Kerzen und die Rosen, sie lasen die Namen auf den Stolpersteinen und nicht wenige kamen ins Grübeln.

 

Die Aktion "Stolpersteine putzen" war der Beginn des Gedenkens in Coburg an die Reichsprogromnacht vor 74 Jahren.

 

So lange her, wird manch einer denken. Aber gerade angesichts der Ereignisse in den letzten Wochen - der Aufmarsch der Jungnationalisten Ende Oktober, die zunehmende öffentliche Sichtbarkeit der Rechten - ist ein Wachhalten der Erinnerungen unabdingbar. 70 Menschen folgten dem Aufruf von Kirchen, Parteien und weiteren Initiativen im Gedenken an die Geschehnisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Stationen jüdischen Lebens und der jüdischen Verfolgung durch die Nazis in Coburg aufzusuchen und einen Moment inne zu halten.

 

Was geschah in der Prügelstube in der Rosengasse? Wer lebte in der Villa in der Hohen Straße 30 und welche Rolle spielte dieses Haus für das jüdische Leben in der 1930er Jahren? Antworten auf diese Fragen gaben kurze thematische Impulse, Lesungen aus Psalmen und vorgetragene Bruchstücke aus den Biographien der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner. Maßgeblich bereichert wurde der Gedenkweg durch Schülerinnen und Schüler des Coburger Albertinums, die im Rahmen ihres Religionsunterrichts zahlreiche, zum Nachdenken anregende Aktionen vorbereitet hatten.

 

Endpunkt des Gedenkmarsches war die Nikolauskapelle - die wohl ökumenischste religiöse Stätte Coburgs. Religionen unterschiedlichster Art nutzten das Gebäude in dessen langjähriger Geschichte. So diente sie auch der jüdischen Gemeinde zwischen 1873 und 1932 als Synagoge. Die heute dort ansässige altkatholische Gemeinde hält die Erinnerung an diese Zeit wach: Wie sah die Kapelle als Synagoge aus? Welche Repressionen und Zerstörungen musste sie durch die Nationalsozialisten ertragen? Welche jüdischen Spuren sind heute noch zu finden? Fragen, auf die die Pastorin der altkatholischen Gemeinde Antworten gab.

 

Erinnern heißt nicht nur zurück blicken. Erinnern bedeutet ebenso, sich der Zukunft zu stellen. Die Schülerinnen des Albertinums taten dies durch Fürbitten. Eine davon lautete:

 

"Großer Gott. Wir bitten dich, schenke den Politikern und Verantwortlichen in unserem Land einen klugen Geist und einen scharfen Verstand dafür, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Integration von Ausländern geht."

 

Ein Gedanke und ein Ziel, das wir Grünen weiterhin intensiv verfolgen werden.

 

2012.11.09 Gedenkmarsch Stolpersteine 1

Thomas Götz beim Putzen eines Stolpersteins.

 

2012.11.09 Gedenkmarsch Stolpersteine 2

Dieser Stein erinnert an Heinrich Zucker, einst Bürger der Stadt Coburg.

 

2012.11.09 Gedenkmarsch Stolpersteine 3

Rund 70 Menschen waren dem Aufruf zum Gedenken an die Reichsprogromnacht in Coburg 1938 und das Schicksal der Coburger Juden gefolgt.

 

Manuel Dethloff

11.11.2012

 

 

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