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Bürgerbeteiligungen auf allen Ebenen: Vortrag von Johann Dallmayer

Dallmayer Teaser

Auf Einladung der Coburger Grünen hielt Johann Dallmayer im erst vor kurzem eröffneten Grünen Büro am Steintor 1 in Coburg einen Vortrag zum Thema Bürgerbeteiligung. Vor allem die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Projekten zur Energiewende interessierte die Zuhörer. Herr Dallmayer berichtete von vielen Möglichkeiten und vielen positiven Beispielen.

 

Beim Namen Dallmayer denken viele zuerst an Kaffee. "Deshalb gehen bei uns auch viele telefonische Kaffeebestellungen ein," so Johann Dallmayer. "Wir leiten die dann an die bekannte Firma in München weiter, die übrigens ohne 'e' nach dem 'y' geschrieben wird, und als Dank erhalten wir am Ende des Jahres ein Paket mit Kaffee, Pralinen und anderen leckeren Dingen!"

 

Johann Dallmayer und seine Firma sitzen nicht in München, sondern in Karlstadt am Main. Und ihr Geschäft ist nicht Kaffee und Feinkost, sondern die Beratung in Sachen Beteiligungskonzepte und die Verwaltung von Projekten. Seit 1995 hat sich Herr Dallmayer und sein Team auf diese Aufgabe spezialisiert. Das war auch der Grund, weshalb Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Wolf-Rüdiger Benzel auf Herrn Dallmayer aufmerksam wurde: Die Stadtwerke in Augsburg beteiligen Bürgerinnen und Bürger mit einem "Bürgerdarlehen" am Ausbau umweltfreundlicher und klimaschonender Energieerzeugungsanlagen und den Gewinnen, die diese Anlagen erwirtschaften. Die Stadtwerke Augsburg wurden von eben dieser Firma beraten. Gerne folgte Johann Dallmayer der Einladung nach Coburg, um die Arbeit seiner Firma vorzustellen.

 

Zunächst stellte Herr Dallmayer sich selbst vor. Er stammt aus Niederbayern, war Finanzbeamter, wählte statt der Bundeswehr den Ersatzdienst im Katastrophenschutz, während dem ihm klar wurde, dass die Bevölkerung einem Nuklearunfall in einem Atomkraftwerk mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist. Herr Dallmayer kündigte seine Lebensanstellung, um Informatik zu studieren, sich selbständig zu machen und sich darauf zu spezialisieren, wie man Menschen zusammen bringen kann, um sinnvolle Projekte zu realisieren. Das können Bürgerwindparks oder -Solaranlagen sein. Oder eine Kommune will ihr Stromnetz zurückkaufen, dass sie einst einem großen Energieversorger überlassen hat. Oder eine andere große Investition soll in einer Gemeinde auf die Beine gestellt werden, ohne in Abhängigkeiten zu Banken oder Konzernen zu geraten. "Meine Stadt gehört uns!" Gemäß diesem Slogan will Johann Dallmayer BürgerInnen und Kommunen helfen, dass die Menschen vor Ort über das bestimmen, was bei ihnen geschieht. "Die Stadt Dresden hat ihre Wohnimmobilien für 1,7 Milliarden Euro an einen ausländischen Investor verkauft; so einen Investor, den andere als 'Heuschrecke' bezeichnen. Warum hat die Stadt Dresden nicht ihre Bürger gefragt, ob sie die Wohnungen kaufen wollen?"

 

Wichtig für den Erfolg eines großen Projekts sei nicht nur die ausreichende Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch das passende Beteiligungsmodell. Das kann von der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder einer GmbH & Co. KG über Darlehen oder Inhaberschuldverschreibungen bis zur Gründung einer Genossenschaft reichen. Was zu welchem Projekt am besten passt, hängt von den zu beteiligenden Personen oder Kommunen ab, von den vorhandenen Strukturen  und der Größe des Projekts. "Die Kenntnis aller Modelle führt in der Regel zum richtigen Modell!", so Johann Dallmayer.

 

Die Firma Dallmayer hat schon mit vielen Kommunen, kommunalen Energieversorgern und Bürgergruppierungen zusammen gearbeitet. Es hätte auch schon Anfragen von großen Energiekonzernen gegeben, aber für Johann Dallmayer ist eines klar: Im Vordergrund steht für ihn der Erfolg der Energiewende, von der auch die Menschen in den Regionen profitieren sollen ("Unabhängigkeit", "Regionalisierung", "Rekommunalisierung" sind seine Schlagworte dazu). Bürgerbeteiligungskonzepte für umweltschädliche Projekte will er nicht und macht er nicht: "Es geht darum, Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke zu verhindern, und nicht mit Bürgerbeteiligung zu finanzieren!"

 

Zum Schluss kam eine lange Reihe von Beispielprojekten und eine Liste mit Partnern, mit denen diese Projekte realisiert wurden: Neben den Stadtwerken Augsburg und Trier gab es auch eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken in Wiesbaden und Schwäbisch Hall, mit der Gemeinde Goldbach-Hösbach ( A3 Solargesellschaft ) oder den Bürgerinnen und Bürgern in Retzstadt.

 

Wolf-Rüdiger Benzel hoffte zum Ende des Vortrags, dass ein Gast besonders gut zugehört hat: Ferenc Bátyi, Prokurist bei den Städtischen Werken-Überlandwerken Coburg. Dieser zeigte sich interessiert und vielleicht gibt es die Hoffnung, dass auch die SÜC mit Bürgerbeteiligung sich stärker als bisher an der Energiewende vor Ort beteiligt. Natürlich mit einer fachkundigen, unabhängigen und erfahrenen Begleitung, wie sie zum Beispiel Johann Dallmayer mit seiner Firma anbietet!

 

 

Dallmayer 1

Vorstandssprecherin Martina Benzel-Weyh hieß Johann Dallmayer herzlich willkommen und da sie familienbedingt früher gehen musste, wurde das Geschenk zum Beginn des Vortrags überreicht.

 

Dallmayer 2

Wolf-Rüdiger Benzel: "In Sachen Erneuerbare Energien gibt es bei uns noch viele weiße Flecken auf der Landkarte. Wir hoffen, dass sich das mit der Beteiligung der Menschen vor Ort schnell ändert!"

 

Dallmayer 3

Johann Dallmayer: "Auf den Einwand, für die Umstellung des deutschen Tankstellennetzes auf Wasserstoff-Technologie müsse man 15 Milliarden Euro ausgeben, antworte ich: Das ist ein Schnäppchen - für die Rettung einiger Banken haben wir schon das zehnfache ausgegeben!"

 

Dallmayer 4

Rund 25 CoburgerInnen waren gekommen, um den Ausführungen von Johann Dallmayer zu folgen und Fragen zu stellen.

 

Wolfgang Weiß

20.07.2012

 

 

 

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