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Die Coburger Grünen zu Besuch beim Stadtjugendring

Teaserbild Stadtjugendring Coburg Logo

Coburg muss sparen. Nach Willen von Stadtrat und Verwaltung auch in den Jugendeinrichtungen der Stadt. Der Kreisverband Coburg-Stadt von Bündnis 90/Die Grünen folgte am vergangenen Montag der Einladung des Stadtjugendrings und informierte sich vor Ort über die Konsequenzen der Mittelkürzungen.

 

Herzlich willkommen waren am vergangenen Montag VertreterInnen der Coburger Grünen in der CoJE, der "Coburger Jugendeinrichtung" in der Rosenauer Straße. Michael Eckstein, Vorsitzender des Stadtjugendrings Coburg, und seine Mitstreiter im Vorstand - Christine Völker, Alexander Müller,Sebastian "Struppi" Straubel und Ronald Friedrich - wollten Mandatsträger und Interessierte über die Konsequenzen der Sparbeschlüsse des Stadtrats informieren. Dass der Stadtjugendring die Sache anders sieht, machte schon das Plakat vor der CoJE deutlich, auf dem zu lesen ist: "Kinder- und Jugendarbeit ist Zukunft - Unterstützung statt Kürzung!"

 

Michael Eckstein informierte zunächst über die Struktur des Stadtjugendrings Coburg. Der Stadtjugendring ist ein Dachverband, dem momentan 28 verschiedene Vereine, Organisationen und Interessengruppen angehören. Kraft Gesetz ist der Stadtjugendring eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Eine wichtige Einrichtung für den Stadtjugendring ist die CoJE, in der in rund 70 Stunden in der Woche knapp 600 Kinder und Jugendliche betreut werden. Der Stadtjugendring Coburg hat eine hauptamtliche Geschäftsführung, die sich Oliver und Christine Völker teilen. Daneben gibt es momentan zwei Hausmeister, eine Bürokraft und zwei Putzkräfte. "Der Rest ist ehrenamtlich tätig und bekommt bis auf eine Aufwandsentschädigung nichts, auch der Vorsitzende nicht!", machte Michael Eckstein deutlich, der schon der Mutmaßung von anderer Seite begegnen musste, er würde für seine Tätigkeit viel Geld bekommen.

 

Aufgabe des Stadtjugendrings ist es, die Jugendarbeit in den einzelnen Mitgliedsorganisationen zu erleichtern und zu fördern. Dafür stellt der Stadtjugendring Infrastruktur zur Verfügung, er ermöglicht die Mobilität und hilft mit Material und Ausrüstung bei Freizeiten und Aktivitäten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Coburg ist intensiv und die Stadt kommt auf den Stadtjugendring zu, wenn bestimmte Veranstaltungen kostengünstig und professionell organisiert werden müssen. So war es bei "Coburg spielt", so ist es bei "YouCo", einem Lern- und Spielfest, das aus Kostengründen nicht in der Coburger Fußgängerzone, sondern in und um der CoJE statt findet.

 

Dass die Zuschüsse von Seiten der Stadt in den vergangenen Jahren zurück gingen, machte Michael Eckstein mit einer Folie deutlich. Der Stadtjugendring sei durchaus bereit gewesen, den Notwendigkeiten des Sparens zu folgen. Man habe sich organisatorisch gestrafft und durchaus erfolgreich versucht, effizienter mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Doch jetzt sollen weitere 50.000 Euro eingespart werden. "Jetzt geht es ans Eingemachte!", so Michael Eckstein. Der Ton zwischen Jugendamt bzw. Stadtverwaltung und dem Stadtjugendring ist härter geworden. Auf der einen Seite stehen Kämmerer Wilhelm Austen und Jugendamtsleiter Reinhold Ehl, die den Vorgaben des Stadtrats folgen und Mittelkürzungen durchsetzen müssen, auf der anderen Seite stehen hochmotivierte Menschen, die viel Kraft und Freizeit einbringen, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und die wissen, wieviele Chancen vertan werden, wenn keine gut organisierte Jugendarbeit mehr möglich ist. Alexander Müller brachte die Stimmung auf den Punkt: "Es geht nur noch um Zahlen, und nicht um Qualitäten!"

 

"Eine Kürzung des Etats um 50.000 Euro bedeutet, dass Personal nicht mehr im bisherigen Umfang beschäftigt werden kann!", machte Michael Eckstein deutlich. Das geht von der Bürokraft über einen Hausmeister bis hin zu Praktikantenstellen in den Ferien. Zwangsläufig wird sich dann auch das Angebot des Stadtjugendrings ausdünnen, von den Öffnungszeiten der CoJE über das Ferienprogramm bis zur Material- und Ausrüstungsverwaltung. Um kostendeckender arbeiten zu können, musste schon bei den Ferienangeboten die Eigenbeteiligung der Eltern erhöht werden - mit der Konsequenz, dass einige Familien die Angebote nicht mehr wahr nehmen oder wahr nehmen können. "Und damit erreichen wir nicht die Durchmischung von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, wie das bisher der Fall war!", so Christine Völker.

 

Wolf-Rüdiger Benzel machte klar, dass die Grünen im Stadtrat gegen den Haushalt 2012 gestimmt hatten, weil an der falschen Stelle gespart werde: "Wir wollten keine Kürzungen im Bereich Bildung, Jugend und Soziales - uns ist klar, wie wichtig die Arbeit in diesen Bereichen ist!" Und Angela Platsch appelierte an die Vertreter des Stadtjugendrings, ihre berechtigten Interessen laut und deutlich zu artikulieren und nicht mehr alles mit zu machen. "Solange ihr alles stumm hin nehmt, wird man euch noch mehr Zumutungen aufbürden!"

 

"Wir werden uns schon bemerkbar machen," so Michael Eckstein und die vier Mitglieder vom Vorstand. Aber zuerst stehe die Information im Vordergrund. Die SPD-Stadtratsfraktion war schon da, und die CSB auch. Vielen Stadträtinnen und Stadträten seien die Konsequenzen der Sparbeschlüsse nicht so deutlich gewesen. Was jetzt kommen müsse, wäre ein politisches Umdenken und eine Richtungsänderung. Dass die Grünen den Stadtjugendring Coburg darin unterstützen wollen, eben dies zu erreichen, wurde an diesem Abend deutlich.

 

Besuch Stadtjugendring 1

Das Plakat am Eingang der CoJE.

 

Besuch Stadtjugendring 2

Vortrag und Gespräch in der CoJE.

 

Besuch Stadtjugendring 3

Der Vorsitzende des Stadtjugendrings Coburg, Michael Eckstein.

 

Besuch Stadtjugendring 4

Alexander Müller, Christine Völker, Sebastian Straubel und Ronald Friedrich von Geschäftsführung und Vorstand.

 

Besuch Stadtjugendring 5

Mit dem Haushalt 2013 und seinen drastischen Sparvorgaben ginge es ans Eingemachte.

 

Besuch Stadtjugendring 6

Bereits seit 2009 muss der Stadtjugendring Coburg mit weniger Geld zurecht kommen.

 

Besuch Stadtjugendring 7

Dem Vortrag folgte eine ausgiebige Diskussion, hier mit Thomas Götz, Angela Platsch, Gisela Bauer, Günter Rödel und Wolf-Rüdiger Benzel.

 

Wolfgang Weiß

05.04.2012

 

 

 

 

 

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