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Sommer in Coburg: Viel Betrieb auf den ICE-Baustellen

Teaserbild ICE-Baustellen

Ob es tropisch heiß ist oder in Strömen regnet - es ist nie Ruhe auf den ICE-Baustellen in Coburg Stadt und Land. Mehr als 5 Milliarden Euro werden in unserer Region für diese Schnellbahntrasse verbaut. Und das westliche Oberfranken muss aufpassen, dass sich die bahntechnische Anbindung nach Fertigstellung der ICE-Strecke nicht verschlechtert!

 

Die Euphorie nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war groß: es sollte so schnell wie möglich zusammenwachsen, was zusammen gehörte. Mit verkehrstechnischen Großprojekten, abgesichert durch ein eigenes Gesetz, sollten die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Ost und West miteinander verbinden. Coburg Stadt und Land wurde gleich mit zwei Projekten "gesegnet": dem Neubau der Autobahn A 73 zwischen Nürnberg und Suhl (VDE Nr. 16) und dem Neubau der ICE-Trasse Nürnberg - Erfurt - Halle - Leipzig als Teilstück der Schnellzugverbindung zwischen München und Berlin (VDE Nr. 8.1).

 

Ob Coburg und das westliche Oberfranken von dieser Schienenverbindung tatsächlich profitieren werden, ist fraglich. Mit Fertigstellung und Inbetriebnahme der Trasse bis 2017, so zumindest die Planungen der DB und der Bundesregierung, fällt der ICE-Halt Lichtenfels mit derzeit 20 Halten weg. Es sollen dann in Coburg Halte in Tagesrandlage kommen, und zwar deutlich weniger als die derzeitigen Halte in Lichtenfels. Ob die ICE-Halte in Coburg tatsächlich Bestand haben, hängt ausschließlich von der Zahl der Aus- und Zusteiger ab. Momentan sieht es so aus, als ob sich die Mehrzahl der Kommunalpolitiker in Stadt und Landkreis Coburg dessen gar nicht so recht bewusst ist. Anders kann man den gegenwärtigen Widerstand gegen eine Reaktivierung der Werrabahn zwischen Eisfeld und Coburg nicht erklären.

 

Die Forderung nach einem Bahnlückenschluss zwischen Südthüringen und Coburg auf dem verkehrspolitischen Positionspapier von Stadt und Landkreis Coburg ist viel zu vage, um ernst genommen werden zu können. Die Verbesserung der Parkplatzsituation am Hauptbahnhof Coburg ist sicherlich eine  Infrastrukturmaßnahme, die den Wechsel vom Verkehrsträger Auto zum Verkehrsträger Zug erleichtert. Gegenüber einer funktionierenden Schienenverkehrsverbindung nach Südthüringen lässt sich mit Parkplätzen allerdings nur ein sehr kleiner Teil von Fahrgästen motivieren, mit dem Zug zu reisen. Auch die bessere Vertaktung der Züge auf bayerischer Seite kann nicht das richten, was an Fahrgastpotenzial durch die fehlende schienentechnische Anbindung Südthüringens entgeht.

 

Die ICE-Trasse Nürnberg - Erfurt wird auch hinsichtlich des Schienengüterverkehrs nicht das bringen, was an Erwartungen vorhanden ist. Die ICE-Strecke wird vorrangig der schnellen Verbindung von Ballungszentren und Großstädten mit Personenzügen dienen. Güterzüge werden die wenigen Lücken füllen, und deren Einsatz wird durch sicherheitstechnische Auflagen zusätzlich eingeengt, weil die Trasse mittlerweile modernen Sicherheitsstandards nicht mehr genügt.

 

Die Konsequenzen aus all dem? Ohne Lückenschluss der Werrabahn, der auch güterverkehrstauglich sein sollte, haben wir außer immensen Kosten, die wir alle über Steuergelder zu schultern haben, und einer durchpflügten und durchbohrten Coburger Landschaft nichts vom VDE Nr. 8.1! Eine ähnliche Ansicht vertritt auch der Fahrgastverband Pro Bahn. Der Verkehrsclub Deutschland macht sich ebenfalls für einen baldigen Bahnlückenschluss zwischen Eisfeld und Coburg stark, um den ICE-Halt in Coburg zu sichern.

 

Für den Fall, dass dies nicht gelingt, sollten einige Böschungsbereiche entlang der ICE-Strecke mit Tribünen ausgestattet werden, damit bahnbegeisterte Coburgerinnen und Coburger wenigstens den durchfahrenden Zügen zuwinken können. Hoffentlich gibt es dann ein Gesetz, das innerdeutsche Flüge verbietet, um ein klein wenig die Klimabilanz zu verbessern. Es ist schon ein Witz, dass manche innerdeutsche Flüge billiger sind als ein Bahnticket für die selbe Strecke. Und daran ist nicht nur das unversteuerte Kerosin Schuld. Es muss schon viel CO2 eingespart werden, um den Bau dieser Trasse zu kompensieren.

 

ICE-Baustelle Niederfüllbach 1

ICE-Baustelle im Wald bei Niederfüllbach

 

ICE-Baustelle Niederfüllbach 2

Gigantische Erdbewegungen

 

ICE-Baustelle Niederfüllbach 3

Eine abgetreppte Böschung, wo früher Wald war

 

ICE-Baustelle Niederfüllbach 4

In die Schaufel des Spezialbaggers passt ein Kleinwagen

 

ICE-Baustelle Grub am Forst

Die Füllbachbrücke und die Baustelle Rennbergtunnel bei Grub am Forst

 

ICE-Baustelle Lützelbuch

Ein paar Kilometer weiter: vor dem Tunnel Feuerfelsen bei Lützelbuch

 

ICE-Baustelle Deponiefläche Rohrbach 1

Die Deponiefläche für Erdaushub zwischen Rohrbach und Lützelbuch

 

ICE-Baustelle Deponiefläche Rohrbach 2

Aus der "Mondoberfläche" soll später ein grüner Berg werden

 

ICE-Baustelle Bausenberg

Neben der Autobahn A 73 die ICE-Baustelle durch den Bausenberg

 

Wolfgang Weiß

25.08.2011

 

 

 

 

 

 

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