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Elisabeth Scharfenberg besucht Diakonie in Coburg

Teaserbild Elisabeth bei Diakonie

Elisabeth Scharfenberg, grüne Bundestagsabgeordnete aus Rehau, folgte der Einladung des Diakonischen Werkes Coburg und besuchte Einrichtungen in Neustadt b.Coburg, Coburg und Seßlach, um sich über die Arbeit der Diakonie in Wohnheimen vor Ort zu informieren.

 

Sabine Filberich, Leiterin der Wohnheime des Diakonischen Werkes Coburg e.V., besuchte im März d.J. zusammen mit fünf Kolleginnen eine Fachtagung von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Inklusion in Berlin. Dort lernte sie die Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion für Pflege und Altenpolitik, Elisabeth Scharfenberg kennen und lud sie zu einem Besuch ins westliche Oberfranken ein. Am vergangenen Freitag kam Elisabeth der Einladung nach und begleitete Frau Filberich zusammen mit Gaby Jahn, Vorstandssprecherin des grünen Kreisverbandes Coburg-Land und Wolfgang Weiß, grüner Stadtrat aus Coburg, zu verschiedenen Einrichtungen des Diakonischen Werkes.

 

Erste Station war das Wohnheim der Diakonie in Neustadt b.Coburg. Dort stellten Frau Filberich und Liane Fleischmann, die Leiterin des dortigen Wohnheims, ihre Arbeit vor. Die Wohnheime und betreuten Wohngemeinschaften stehen Menschen mit geistigen Behinderungen und leichten körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen offen. Die BewohnerInnen arbeiten in Werkstätten wie der Wefa gGmbH oder haben dort gearbeitet und inzwischen das Rentenalter erreicht. Der Anteil der älteren BewohnerInnen nimmt zu, was weitere Anforderungen an die Einrichtungen mit sich bringt: die Betreuungszeiten sind länger, da die Berufstätigkeit in einer Werkstatt entfällt, und altersbedingte Beschwerden sorgen für einen höheren Betreuungsaufwand. Die Kosten für den Aufwand werden über die Eingliederungshilfe nach SGB 9 geregelt, die zuweisende Behörde ist der Bezirk von Oberfranken. Und Frau Filberich brachte das Problem gleich auf den Punkt: Die von der Regierung festgesetzten Entgelte werden dem Aufwand, den das Diakonische Werk mit seinen Einrichtungen hat, nicht gerecht! Die Kluft zwischen wachsenden Ansprüchen und den bereit gestellten Mitteln werde immer größer. Sie sieht einen massiven Konflikt zwischen normativem Recht und Leistungsrecht - einen Konflikt, den das Diakonische Werk nicht lösen könne. Der Tipp, man solle Lücken über ehrenamtlich Tätige schließen, greife nicht, weil Ehrenamtliche ausgebildete Kräfte in Vollzeitbeschäftigung nicht ersetzen können . Frau Fleischmann, die seit 23 Jahren bei der Diakonie arbeitet, bestätigte aus eigener Erfahrung die wachsenden Schwierigkeiten. Qualitätsansprüche an das Personal werden immer höher, Fahrdienste immer teurer und aufgrund der sehr begrenzten Kapazitäten sei man auch gezwungen, schwere Betreuungsfälle abzulehnen, was nicht leicht falle. Die Hauptarbeit in ihrem Wohnheim seien tagesstrukturierende Maßnahmen, im Fachjargon als "TSM" bezeichnet, die für die nicht mehr in Arbeit stehenden BewohnerInnen angeboten werden. Wichtig ist, dass diese Maßnahmen keine "Zwangsbeglückung" darstellen, sondern das Angebot attraktiv genug gestaltet wird und so zur Teilnahme ermuntert. Das Angebot reicht von gemeinsamen Basteln und Vorbereiten von Festen über Besuch von Veranstaltungen bis hin zu Ausflügen. Beim anschließenden Essen hatten die Gäste im Wohnheim bei entspannter Atmosphäre Gelegenheit, einige BewohnerInnen und ihre Lebensgeschichten kurz kennen zu lernen.

 

Weiter ging es nach Coburg in die Kantstraße 30, um das dortige Wohnheim zu besuchen. Elisabeth und ihre Begleitung wurden herzlich von der dortigen Leiterin, Kathrin Wiegert-Bergmann begrüßt. In der Kantstraße wohnen Menschen, die in verschiedenen Einrichtungen der Wefa gGmbH arbeiten und darin gefördert werden, möglichst selbständig ihren Alltag und die Teilhabe am öffentlichen Leben zu gestalten. So sei die vorhandene Stadtbusverbindung ganz wichtig. Aber auch in diesem Wohnheim gibt es ein attraktives Freizeitangebot, das zeitgerecht ist und eine hohe Qualität aufweist. Elisabeth Scharfenberg kam auf das Thema Inklusion zu sprechen und erfuhr von Frau Filberich, dass die Diakonie Inklusionskreise gründen will, um diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzugehen. Doch es liegen noch keine Aktionspläne der Bundesregierung vor, und auch einer breiten Schicht der Öffentlichkeit sind die Konsequenzen, die sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergeben, noch nicht klar. Am Beispiel Barrierefreiheit in Coburg erläuterte Frau Filberich, dass bestimmte Wege in der Innenstadt für Blinde oder Menschen mit Sehbeeinträchtigungen hervorragend ausgestattet seien, aber im Landestheater scheitere man, wenn man mit einer größeren Anzahl von Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, eine Vorstellung besuchen wolle.

 

Nach dem Aufenthalt in der Kantstraße schloss sich ein Besuch im Wohnheim in Seßlach an, das in unmittelbarer Nähe zur Werkstätte Seßlach der Wefa liegt: einem landwirtschaftlichen Betrieb, der einen Großteil der Produkte herstellt, die in den Wefa-Küchen verarbeitet werden. Schwerpunkt des Besuches in Seßlach war der Kontakt mit dem dortigen Heimbeirat, der alle vier Jahre geheim gewählt wird und die Interessen der BewohnerInnen vertritt. Elisabeth Scharfenberg konnte, bestens informiert über die Situation in den Wohnheimen des Diakonischen Werkes in Coburg nach Hause fahren. Sie und ihre Begleiter zollten der Arbeit der Mitarbeiterinnen der Diakonie hohen Respekt. Und Elisabeth erfuhr eine weitere Motivation darin, sich für bessere rechtliche Rahmenbedingunen in den Bereichen Pflege und Betreuung einzusetzen.

 

Elisabeth bei Diakonie 01

Sabine Filberich und Liane Fleischmann

 

Elisabeth bei Diakonie 02

Ein Gespräch unter Fachfrauen: Elisabeth Scharfenberg ist studierte Sozialpädagogin

 

Elisabeth bei Diakonie 03

Sabine Filberich stellt Gliederung und Arbeit in den Wohnheimen vor

 

Elisabeth bei Diakonie 04

Gaby Jahn bringt ihre Erfahrungen im sozialen Bereich in die Diskussion ein

 

Elisabeth bei Diakonie 05

Das gemeinsame Essen in der Dr.-Schack-Straße 1 in Neustadt b.Coburg

 

Elisabeth bei Diakonie 06

Herzliche Begrüßung in der Kantstraße 30, Coburg durch Kathrin Wiegert-Bergmann

 

Elisabeth bei Diakonie 07

Gruppenbild mit Bundestagsabgeordneter

 

Elisabeth bei Diakonie 08

Die Fachgespräche gehen weiter

 

Elisabeth bei Diakonie 10

Attraktive Angebote statt "Zwangsbeglückung"

 

Wolfgang Weiß

13.08.2011

 

 

 

 

 

 

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