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Juni-Stammtisch: Martin Gläser stellt EJOTT vor

Martin Gläser 1

Wer in Coburg bei Gemeinwesenarbeit, Jugendarbeit oder Mittagsbetreuung an Schulen hinschaut, kommt an der Evangelischen Jugend, kurz: EJOTT nicht vorbei. Dekanatsjugendreferent Martin Gläser stellte beim grünen Juni-Stammtisch die Arbeit seines Verbandes vor.

 

Martin Gläser, 37 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Kindes, wuchs in Würzburg auf und machte seinen Weg über die Mittlere Reife, Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und Zivildienst. Die Arbeitswelt lernte er im Schichtdienst und als Leiharbeiter einer Zeitarbeitsfirma kennen. Parallel dazu war er schon früh ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätig, bewarb sich deshalb auch erfolgreich an einer Diakonenschule, holte dort sein Abitur nach und schloss die Ausbildung erfolgreich ab. Seine erste Stelle übernahm er 2003 in Freilassing. Martin Gläser ist seit 2007 in Coburg und seit Mai 2008 geschäftsführender Jugendreferent. Die Arbeit teilt sich der Dekanatsjugendreferent mit Kristin Hopf und Tobias Butze.

 

Die Evangelische Jugend ist als Jugendverband anerkannt und als Dekanatsjugend Teil des Dekanats Coburg.  Die Dekanatsjugendkammer wird von der Vollversammlung gewählt. Dieses Gremium, in dem Jugendliche und Erwachsene vertreten sind, beschließt die Arbeitsbereiche und Ziele der Evangelischen Jugend. So startete auf Initiative von Jugendlichen die Evangelische Jugend mit dem Projekt JUMP, das jetzt als BASIC weiter geführt wird. Daneben wird auch klassische Jugendarbeit geleistet, die von Freizeitangeboten und Kinder-Samba über Kindergottesdienste und dem "Konfi-Camp" bis zur Beteiligung an "Coburg spielt" reicht. Daneben werden Kirchengemeinden in Sachen Jugendarbeit beraten und unterstützt.

 

DieEvangelische Jugend hat Gewicht, auch in verschiedenen Gremien. So ist die Evangelische Jugend im Jugendhilfesenat der Stadt Coburg vertreten und Mitglied im Jugendring von Stadt und Landkreis Coburg.

 

"Wir wollen die Menschen da abholen, wo sie sind!", unterstrich Martin Gläser als wichtigen Grundsatz der Arbeit von EJOTT. Deshalb hat die Gemeinwesenarbeit in den Ortsteilen einen hohen Stellenwert. Gemeinwesenarbeit setzt viel Vertrauensarbeit voraus. Daneben wird auch mit anderen Organisationen und Vereinen zusammen gearbeitet, um soziale Netze zu knüpfen, in denen sich junge Menschen, aber auch Arbeitslose und Hilfesuchende wohl fühlen können.

 

Die Arbeit der Evangelischen Jugend ist stark von Drittmitteln abhängig. Der Stellenplan der Evangelischen Landeskirche in Bayern weist für die Evangelische Jugend im Dekanat Coburg 4 Planstellen aus, die für die Kernaufgabe, die Jugendarbeit, vorgesehen sind. 55 weitere Stellen sind Projektstellen, und die sind aufgrund der Vorgaben der Geldgeber - hauptsächlich Kommunen, der Freistaat Bayern oder über die Agentur für Arbeit auch der Bund - zeitlich befristet. "Deshalb sind die Arbeitsverträge auf ein halbes Jahr bis ein Jahr befristet oder es findet sich die Klausel 'Bis Projektende' - ich hätt's gerne anders!", so Martin Gläser. Die Abhängigkeit von Dritten machte der Dekanatsjugendreferent auch mit Zahlen deutlich: so betrage der Jahresumsatz der Evangelischen Jugend ca. 2,5 Millionen Euro. Knapp ein Zehntel, ca. 230.000 Euro, sind feste Beträge, mit denen man regelmäßig rechnen kann. Der weitaus größte Teil der Mittel sind Zuschüsse, Projektgelder etc. deren Voraussetzungen sich ständig ändern und Zusagen z.T. sehr kurzfristig gegeben werden, z.B. wenn es um Betreuungsangebote in Schulen geht.

 

Das macht die Arbeit schwierig, zum Beispiel in den eCn-Klassen (eCn = "extra Chancen nutzen"), deren Fortsetzung lange Zeit in Frage stand, oder das BASIC-Projekt (BASIC = Bayern Sozial Integrativ Creativ), das arbeitslosen jungen Frauen und Müttern Kompetenzen vermitteln soll, um sie für die Herausforderungen des Lebens und der Berufswelt fit zu machen. Dass solche Projekte Sinn machen, zeigt der Vermittlungserfolg von 65 Prozent bei BASIC - deutlich mehr als die Hälfte der Frauen findet eine Arbeit.

 

Diskutiert wurde über eine Voraussetzung der Evangelischen Jugend an ihre MitarbeiterInnen: diese müssen Mitglied in einer anerkannten Kirche sein. Diskutiert wurde auch die Höhe der Bezahlung und die Qualitätsstandards. Martin Gläser machte deutlich, dass die Mittel sehr begrenzt seien und letztlich beides, Bezahlung und Qualität, über die zur Verfügung gestellten Finanzmittel von Politik und Gesellschaft vorgegeben wird.

 

Martin Gläser 2

 

Martin Gläser 3

 

Wolfgang Weiß

26.06.2010

 

 

 

 

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