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Klimaschonend leben: das Projekt "Klimaschutzdorf"

Bild Dr. Norbert Kober

Am 14. April referierte Dr. Norbert Kober auf Einladung der Volkshochschule in Coburg zum Thema "Leben, ohne Leben zu gefährden - das Projekt Klimaschutzdorf ". Den TeilnehmerInnen der Veranstaltung wurde schnell klar: Klimaschonend leben geht am besten in einer Gemeinschaft. Aber wie kann eine solche Gemeinschaft aussehen?

 

Erwartet hatte ich einen älteren, seriösen Herrn mit Brille und Bart. Herein kam ein junger, schlanker Mann mit Lockenkopf und in Jeans. Norbert Kober ist gebürtiger Steiermarker,  hat zum Thema Erzählkunst promoviert und ist in verschiedenen Bereichen aktiv, weshalb er sich auch "Vielfalter" nennt.

 

Eines seiner Aktivitäten ist das Projekt "Klimaschutzdorf", das auf einem rund 10 Hektar großen Gelände eines früheren Munitionsdepots mitten im Wald, in der Nähe von Hirschaid eingerichtet wird. Rund 30 Menschen wollen dort ausprobieren, wie nachhaltiges und klimaschonendes Leben in einer ökologisch orientierten Gemeinschaft geht.

 

Gegenwärtig emittieren die BundesbürgerInnen 11 Tonnen Kohlendioxid pro Person und Jahr (die CoburgerInnen liegen laut den Berechnungen zum Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Coburg im Bundesdurchschnitt). Klimaverträglich wäre eine Emission von 2 Tonnen pro Person und Jahr. Selbst ökologisch konsequente Einzelpersonen und Familien schaffen mit unserem Lebensstil einer westlichen Industriegesellschaft allenfalls eine Halbierung der gegenwärtigen Emissionen und sind damit immer noch weit von der 2-Tonnen-Marke entfernt. Norbert Kober machte in seinen Ausführungen deutlich, dass man durchaus an den vom Weltklimarat IPCC errechneten Wert heran kommen kann, aber nur in einer Gemeinschaft.

 

Die Hauptemissionen in unserem Leben entstehen in den Bereichen Wohnen, Ernährung, Mobilität, Energieverbrauch und Konsum. Erst in einer Gemeinschaft ergeben sich die wichtigen Synergie-Effekte, die es ermöglichen, die Emission von Treibhausgasen wirksam zu senken. Die Menschen, die sich im "Klimaschutzdorf " bei Hirschaid zusammen finden, wollen es mit ihrem Projekt versuchen. Die Zielmarke sind 3 Tonnen, denn von den 2 Tonnen klimaverträglicher Jahresemission entsteht 1 Tonne alleine durch das Vorhandensein und den Betrieb unserer Infrastruktur und entzieht sich damit der Möglichkeit, von einzelnen oder von Gemeinschaften beeinflusst zu werden.

 

Dass der Teufel im Detail steckt, wurde an diesem Abend in verschiedenen Arbeitsgruppen deutlich, die Norbert Kober aus den TeilnehmerInnen des Vortrags zu Fragen bildete, die aus dem Plenum gestellt wurden: Können sich 30 Menschen auf 10 Hektar autark ernähren? Kann die Gemeinschaft sich energetisch unabhängig machen? Wie sieht es aus mit Gesundheit, mit Schule für die Kinder, mit dem Weg zur Arbeit? Wie werden Konflikte gelöst? Wie stark beeinflusst die Gemeinschaft das individuelle Leben?

 

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der "Klimawerkstatt" der TU München. Und es wird ein öffentliches Projekt werden: Interessierte sollen die Möglichkeit haben, das "Klimaschutzdorf" zu besuchen und sich mit den BewohnerInnen auszutauschen.

 

Noch steckt das Projekt in den Anfängen. Nächstes Jahr, so ist geplant, soll es los gehen. Wer mehr zum "Klimaschutzdorf" erfahren will, kann das auf der Internetseite www.klimaschutzdorf.eu tun. Und mehr zum Menschen Norbert Kober gibt es unter www.norbert-kober.eu

 

Bild Klimaschutzdorf.eu

 

Wolfgang Weiß

18.04.2010

 

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