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Bericht vom Vortrag "Bayerns Wälder im Klimawandel"

Wald

Oliver Kröner, Leiter des Bereiches Forsten vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Coburg informierte über die Auswirkungen des Klimawandels auf den bayerischen Wald- und Forstbestand.

 

Am Montag, 6. April 2009, informierte Herr Oliver Kröner, Leiter des Bereiches Forsten vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Coburg, beim sehr gut besuchten GRÜNEN Stammtisch im Münchner Hofbräu über die Auswirkungen des Klimawandels auf den bayerischen Wald- und Forstbestand.

 

Demnach schmelzen aufgrund der dramatischen Klimaveränderungen nicht nur die Pole, weiten sich Wüsten aus, werden nicht nur Regenwälder in Mitleidenschaft gezogen und ganze Inseln überschwemmt. Auch auf unsere heimischen Baumbestände hat das veränderte Klima erhebliche Auswirkungen.

Ausgangspunkt der Überlegungen zu den Klimaveränderungen war die Annahme, dass die Temperaturen im Mittel um ca. 2 C zunehmen und die Regenmenge um 40 mm sinkt („Szenario B1"). Diese Veränderungen haben zunächst Auswirkungen auf unser Wetter, was bereits auch heute schon zu beobachten ist: längere Trockenperioden im Sommer, mildere, feuchtere Winter, Zunahme der Wetterextreme, wie z. B. Gewitter, Stürme, Starkregen, Hagel und Dürre.

An diese Veränderungen ist unsere heimische Vegetation nicht angepasst, es ergeben sich Folgen für den Wald: Viele Baumarten werden dadurch in ihrer Widerstandsfähigkeit geschwächt und somit anfälliger für Schädlinge (z. B. Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner). Sturm- und Nassschneeschäden nehmen zu. Für viele Baumarten entsprechen die geänderten klimatischen Bedingungen nicht mehr ihrer Klimahülle, ihrem „Wohlfühlbereich". Fichten werden so im feuchteren Klima (gestiegene Temperatur, Borkenkäfer) bei uns nicht mehr so gut zurecht kommen und auf längere Sicht eine Risikobaumart darstellen, die stark gefährdet ist. So wird der Anteil der Fichten im Jahr 2100 nur noch bei 10 % liegen.

Es stellt sich also die Frage nach „Alternativ-Baumarten". Kiefern und Lärchen sind keine. Zukunft hat z. B. die Weißtanne, die sich laut Kröner „brutal erholt" hat aufgrund der Entschwefelung der Rauchgase. Auch die Douglasie, eine „Einwandererin" aus Nordamerika würde bei geänderten Klimabedingungen hier gut gedeihen. Ebenso rutschen Traubeneiche, Flaumeiche, Esche, Bergahorn und Elsbeere in den Wohlfühlbereich, wenn die Temperaturen weiter steigen.

Dies alles klingt nicht so bedrohlich. Man muss allerdings auch daran denken, dass unsere heimischen Baumarten in Verbindung mit anderen Lebewesen (Insekten, Vögel, ...) stehen und diese ihre Lebensräume verlieren, wenn „ihre" Bäume verschwinden.

Um den Klimawandel bestmöglich zu meistern wies Kröner auf folgende forstwirtschaftliche Anpassungen hin: Erhöhung der Vielfalt der Baumarten, Reduzierung der Schalenwildbestände (bei uns v. a. Rehe) auf ein vernünftiges Maß („Wald vor Wild!"), boden- und bestandsschonende Holzernteverfahren wählen, Nadelholzbestände, besonders die der Fichte frühzeitig verjüngen und konsequenter Waldschutz, umgesetzt z. B. durch die Bekämpfung des Borkenkäfers.

Zum Abschluss des Vortrages betonte Kröner, dass der Wald unbedingt erhalten und geschützt werden muss. Er liefert uns den lebenswichtigen Sauerstoff und das Holz, das eine neutrale CO 2 -Bilanz aufweist und als Roh- und Baustoff immer wieder nachwächst. Schließlich sei es darüber hinaus unablässig, den Klimawandel soweit wie möglich aufzuhalten, indem der Ausstoß der Klimagase gestoppt wird. Hierbei ist der verstärkte Einsatz der regenerativen Energien wie Wind-, Wasserkraft und Sonnenenergie oberstes Gebot und effektivste Strategie.

 

 

Martina Weyh

 

 


 

Der Vortrag fand am 06.04.2009, 19:30 Uhr im Münchner Hofbräu statt.

 

 

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