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Antrag Klassenbudget

Ergebnis und Stellungnahme siehe unten

 

 


 

Antrag

 

Der Stadtrat möge beschießen:

 

Ab dem Schuljahr 2009/10 steht jeder Klasse der Coburger allgemeinbildenden Schulen (GS, HS, RS, GYM, FöS) ein eigenes Budget zur Verfügung. Berechnet wird dieses Budget entsprechend der Zahl der Schüler/innen. Je Schüler/in soll die Klasse 10 € pro Schuljahr erhalten (Beispiel: 25 S pro Klasse  250 €).

Die Gelder werden jeder Schule zugewiesen, den entsprechenden Klassenbetrag erhalten die Klassenlehrer/innen vom/von der Schulleiter/in in bar gegen Unterschrift ausbezahlt. Der/Die Klassenleiter/in verwaltet das Budget und weist Ausgaben für die Klasse anhand von Quittungen bei der Schulleitung bzw. im Sekretariat nach. Nicht verbrauchte Budgetanteile können in das nächste Schuljahr übernommen werden.

Aufgrund der Tatsache, dass an den Coburger Grund- und Hauptschulen die meisten Schüler/innen beschult werden, die von dem in Coburger leider viel zu hohen Kinderarmutsanteil betroffen sind, wird der Satz an diesen Schulen um 3 € je Schüler/in erhöht.

Die finanzielle Ausstattung dieses Budgets ist im Haushalt 2009 einzustellen.

 

Begründung:

 

Ziel dieser Budgetierung ist es, der Forderung nach individuell(er) gestaltetem, klassenbezogenen Unterricht nachzukommen. Durch die Individualisierug des Unterrichts kann der Bildungsstandort gestärkt werden. Spezielle Bedürfnisse der Klasse können nicht nur erkannt werden, mithilfe dieses Budgets kommt man der Realisierung näher bzw. kann die Ideen umsetzen.

Im Lehrer- bzw. Schülerdasein gibt es häufig Situationen, z. B. bei der Durchführung von Projekten, der Zusammenarbeit mit Theaterpädagogen/innen, KS:COB-Aktionen, dem Erwerb nicht lernmittelfreier Unterrichtsmaterialien (z.B. Landkartenpuzzles, ...), besondere Kunstaktionen, wo zusätzliche Gelder nötig sind, die von der Schulleitung oder dem Elternbeirat nicht zur Verfügung gestellt werden (können).

Häufig gibt es - v. a. auch in den Grund- und Hauptschulen - Engpässe bei der Finanzierung von Projekten, einzelne Schüler können nicht teilnehmen, lassen sich dann manchmal „krank schreiben" um Peinlichkeiten nicht ertragen zu müssen. Hier kann kurzerhand unbürokratisch eingegriffen werden, die Klassengemeinschaft wird nicht zusätzlich in „Arm und Reich" geteilt. Das wichtige „Wir" in der Klasse kann dadurch unterstützt werden.

 

 

Wenn du denkst, Bildung wäre teuer, warte nur, und du wirst sehen, was fehlende Bildung dich kostet.

Unbekannt

 

 

 


 

Ergebnis

 

In der Sitzung des Kultur- und Schulsenats am Dienstag, 10.03.2009, wurde der Antrag abgelehnt. Im Wesentlichen wurde ausgeführt, dass die Situation in Coburg bereits jetzt spitze sei und kein weiterer Handlungsbedarf für die einzelnen Klassen bestünde.

 

Somit wurde eine aus unserer Sicht unbürokratische Hilfe für die jeweiligen Schulklassen und die einzelnen Kinder angelehnt.

 

Das (Größe: 169 kB; Downloads bisher: 2147; Letzter Download am: 26.06.2017) schreibt das Coburger Tageblatt dazu.

 

Stellungnahme von Vorstandssprecherin Martina Weyh

 

Am letzten Dienstag wurde der Grüne Antrag zur Budgetierung der Klassen an Coburgs Schulen von einer eindeutigen Mehrheit (6:2 Stimmen) im Kultur- und Schulsenat der Familien- und Schulstadt Coburg abgelehnt. 65.000 € als freiwillige Leistung für Coburg seien zu viel. Interessant ist allerdings, dass die Glasfaserverkabelung für 19 Millionen bzw. 40 Millionen Euro als freiwillige Leistung nicht als überteuert angesehen und somit von der Mehrheit des Stadtrates bewilligt wurde. Hier sieht man, wie der Stellenwert der SchülerInnen der Stadt Coburg wirklich ist. Da werden Kongresse abgehalten nach dem Motto „Kinder können mehr!". Doch wenn es heißt „Kinder brauchen mehr!" wird der gute Wille zur freiwilligen Leistung zurück gezogen.

Der Verwaltungsaufwand und die Notwendigkeit einer Kasse bei einer Budgetierung sind rein als vorgeschobene Argumente zu sehen. Nichts ist sicherer als Schülerzahlen zum Statistik-Stichtag, Gelder können dann entsprechend berechnet und verteilt werden.

Hinsichtlich der Projekte des KS:COB lässt sich feststellen, dass dort mehrere Aktionen angeboten werden, viele davon kosten allerdings richtig Geld (z.B. Vivaldi-Konzert im letzten Schuljahr für 7 € pro SchülerIn). Außerdem sollte nicht nur der KS:COB im Mittelpunkt stehen, alle Ideen und Projekte haben ihre Berechtigung.

Projekte und Aktionen, die kulturbezogen und/oder an außerschulischen Lernorten stattfinden, führen bekanntermaßen dazu, dass bei den SchülerInnen Fortschritte im Miteinander und bei den Sozialkompetenzen gemacht werden. Kinder können über den Tellerrand blicken, Neues erfahren, was ihnen evtl. von familiärer Seite aus nicht ermöglicht werden kann. Aufgrund von Geldmangel, z. B. in der Hauptschule, muss auf solche Aktionen oft von vorne herein verzichtet werden.

Die Stadt Coburg muss sich vorwerfen lassen, zwar Profilierungsmaßnahmen, wie den Kongress „Kinder können mehr!" anzukurbeln. Vorhaben, die schnelle, unbürokratische Hilfe ohne großen Geldaufwand bedeuten, werden abgelehnt. Wo stehen die Prioritäten? Sein oder Schein?

Um die Brisanz dieses Themas einzuschätzen, können sich gerne die Stadträte, angeführt von Herrn Engel, in einem Praktikum in der Hauptschule davon überzeugen, dass 13 € pro Schüler und Schuljahr mit Sicherheit keine „Gießkannenverteilung" bedeuten, sondern diese für manche SchülerInnen die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe bedeuten.

Alles in Allem kann man feststellen, dass der Kultur- und Schulsenat und die Stadt Coburg wieder einmal eine Chance vertan haben, unbürokratisch ihre wahre Kinderfreundlichkeit unter Beweis zu stellen.

 

 

 

 

 

 

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