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Lückenschluss Werrabahn: Gemeinde Lautertal versus Stadt Coburg

2014.03.28 Teaser Leserbrief zu Kommentar Braunschmidt

Der Verkehrsclub Deutschland und der Fahrgastverband Pro Bahn e.V. versprechen sich durch einen Bahnlückenschluss der Werrabahn mehr Fahrgäste am Bahnhof Coburg, um so den ICE-Halt zu sichern. Die Coburger Wirtschaft sieht darin deutliche Verbesserungen für den Schienengüterverkehr. Im Fokus sind zwei Trassenvarianten. Doch die Gemeinde Lautertal tut alles, um die Variante durch ihr Gebiet zu verhindern. DieStadt Coburg hält dagegen.

 

Die Gemeinde Lautertal weist Baugebiete auf der stillgelegten Trasse der Werrabahn aus, obwohl zwei Gutachten zum Bahnlückenschluss die Reaktivierung eines Großteils der alten Strecke durch das Lautertal als mögliche Variante ausweisen. Die Stadt Coburg positionierte sich deutlich dagegen: Der Bau- und Umweltsenat der Stadt Coburg, dessen Mitglied ich seit sechs Jahren bin, befürwortete in seiner Sitzung am 19.03.2014 einstimmig die ablehnende Stellungnahme zum Bebauungsplanentwurf "Bahnhofstraße" der Gemeinde Lautertal.

 

Wolfgang Braunschmidt, Redaktionsleiter der Neuen Presse Coburg, schrieb zu dieser Position der Stadt Coburg einen Kommentar, den ich mit seiner freundlichen Genehmigung hier wiedergeben darf:

 

2014.03.28 Kommentar Braunschmidt NP 22.03.2014

 

Ich schrieb daraufhin einen Leserbrief, der heute in gekürzter Form in der Neuen Presse Coburg erschien. Hier die Langfassung, die meine Argumentation deutlicher macht:

 

"Die Gemeinde Lautertal kennt die Bemühungen um einen Bahnlückenschluss zwischen Südthüringen und dem Coburger Land, folgende Fakten sind bekannt:


•Der Lückenschluss wurde vom Freistaat Bayern für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans Schiene 2015 angemeldet.
•Der Lückenschluss ist im Koalitionsvertrag des Landes Thüringen verankert.
•Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen wie auch die Industrie- und Handelskammer zu Coburg fordern den Bahnlückenschluss, um den ICE-Halt in Coburg zu ermöglichen.
•Der Fahrgastverband Pro Bahn e.V. und der Verkehrsclub Deutschland haben wiederholt auf die Bedeutung des Lückenschlusses für den Schienennah- und Fernverkehr aufmerksam gemacht.
•Zwei Gutachten kommen zum Ergebnis, dass die Trassenvariante entlang oder auf der alten Schienentrasse durch das Lautertal die kostengünstigste und verträglichste Lösung für einen Bahnlückenschluss ist. Die andere Trassenvariante wäre ein Schienenneubau zwischen Hildburghausen und Bad Rodach mit Ertüchtigung der vorhandenen Bahntrasse zwischen Bad Rodach und Coburg.

 

Von diesen Tatsachen unbeeindruckt strebt die Gemeinde Lautertal durch die Ausweisung von Bauland auf der alten Trasse bzw. auf möglichen Umfahrungstrassen an, vollendete Tatsachen zu schaffen, um eben die Variante, die ihr Gemeindegebiet betrifft, zu verhindern. Während alle oben zitierten Informationen der Gemeinde Lautertal zugänglich sind, fährt dieselbe Gemeinde bei der Ausweisung ihrer Baugebiete eine restriktive Informationspolitik. Ich frage mich da ernsthaft, wer hier undiplomatisch und überheblich vorgeht: Die Stadt Coburg oder die Gemeinde Lautertal?


Herr Braunschmidt listet zu Recht die Fehler auf, die bei der Planung der ICE-Trasse Nürnberg - Erfurt und dem ICE-Halt mit Ein- und Ausschleifung zum Coburger Bahnhof gemacht wurden. Aber Fehler der Vergangenheit blockieren doch nicht nötige Korrekturen! Der Bahnlückenschluss ist eine wichtige Voraussetzung zur Sicherung eines ICE-Halts, denn nur dieser kann ein Fahrgastpotential erschließen, das Voraussetzung für einen dauerhaften Halt ist. Zudem profitiert vom güterverkehrstauglichen Lückenschluss die Coburger Wirtschaft, der den Schienengüterverkehr zu den Nordseehäfen für die exportorientierten Betriebe günstiger und schneller werden lässt. Wir sprechen hier von maximal zehn Güterzügen in beide Richtungen täglich, auf einer eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke, was die Leistungsfähigkeit der Bahnstrecke einschränkt. Aber für das Güteraufkommen der Coburger Wirtschaft reicht es.


Mit der von Herrn Braunschmidt kritisierten Stellungnahme tritt die Stadt Coburg nicht nur für die eigenen Interessen ein, sondern auch für die Interessen der gesamten Region! Unverständlich ist mir, warum die Gemeinde Lautertal mit ihrer Verhinderungsstrategie auf drei mögliche Haltepunkte (Oberlauter, Tiefenlauter, Neukirchen) verzichten will! Der im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern umweltfreundliche Personenverkehr auf der Schiene nimmt stetig zu und alle Trassenreaktivierungen der Vergangenheit bestätigen das mit den Fahrgastzahlen auf den neuen Verbindungen."

 

Es ist grüne Politik, die Schiene als umweltfreundlichsten Verkehrsträger zu stärken. Auch wir versprechen uns durch einen Schienenlückenschluss zwischen Südthüringen und dem Coburger Land viele Vorteile. Innerhalb der Kreisverbände Coburg-Land und Coburg-Stadt wird noch darüber diskutiert, welche Trassenvariante die bessere ist: Von Hildburghausen über Bad Rodach nach Coburg. Oder von Eisfeld durch das Lautertal nach Coburg. Ich sehe viele Vorteile bei der Variante, die sich weitgehend an der alten Trasse durch das Lautertal anlehnt oder diese auf einzelnen Abschnitten reaktiviert. Letztlich wird ein Raumordnungsverfahren die bessere Trassenvariante auswählen. Aber damit es eine Wahlmöglichkeit gibt, sollte bis dahin die Variante durchs Lautertal noch möglich sein! Wenn es anders kommt, wenn ein Raumordnungsverfahren die Trasse durchs Lautertal verwirft und die alte Trasse endgültig entwidmet ist, dann haben sich die Bedingungen geändert. Dann kann die Gemeinde Lautertal so verfahren wie jetzt. Aber erst dann!

 

Wolfgang Weiß
28.03.2014

 

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