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Christian Meyer beim Grünen-Stammtisch: Der neue Geschäftsführer der Wohnbau Coburg stellt sich vor.

2014.01.13 Stammtisch Teaser

Willibald Fehn ging im vergangenen Sommer, Christian Meyer kam: Am 1. Juni trat der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt seine Tätigkeit als kaufmännischer Geschäftsführer der Wohnbau Coburg GmbH an. Den Januar-Stammtisch der Grünen nutzte Christian Meyer, um sich vorzustellen und seine neue Aufgabe zu skizzieren.

 

Gerne folgte Christian Meyer der Einladung des Kreisverbands Coburg-Stadt von Bündnis 90/Die Grünen. Den Mitgliedern der grünen Stadtratsfraktion war Christian Meyer schon als Kollege im Stadtrat bekannt. Da die Tätigkeit eines Geschäftsführers in einer Tochtergesellschaft der Stadt Coburg mit einer Stadtratstätigkeit unvereinbar ist, verließ Christian Meyer den Stadtrat und bestimmt nun die Geschicke der Wohnbau Stadt Coburg GmbH (Wohnbau Coburg) mit.

 

2014.01.13 Stammtisch 1

 

Die Wohnbau Coburg definiere nicht eigene Ziele, so der neue Geschäftsführer, sondern sie setze die Ziele der Politik um. Da nach dem Verzicht des jetzigen Oberbürgermeisters Norbert Kastner auf eine erneute Kandidatur auf jeden Fall ein Wechsel an der Spitze der Spitze des Aufsichtsrats der Wohnbau anstehe und aufgrund der Haushaltslage der Stadt sich neue Herausforderungen ergeben, regt Christian Meyer eine Klausur im kommenden Herbst an, um über Ziele der Wohnbau zu diskutieren und diese zu definieren.

 

Christian Meyer sieht zwei Kernaufgaben, die von der Wohnbau umgesetzt werden: Das Schaffen und Erhalten von gutem und bezahlbarem Wohnraum in der Stadt. Und die Stadtentwicklung vorantreiben.

 

Beim Wohnraum müsse man zwischen Wohnungen in der Innenstadt und Wohnungen in der Peripherie unterscheiden. In der Innenstadt sei aufgrund der erhöhten Anforderungen und Kosten Wohnraum für 4,50 Euro je Quadratmeter wirtschaftlich nicht darstellbar. Der Großteil der Wohnungen der Wohnbau liege außerhalb des Innenstadtbereichs. Und hier würde kräftig investiert: Alleine in Wüstenahorn werden für Neubau und Sanierung bestehender Wohnungen um die 15 Millionen Euro ausgegeben. Trotz Wegbruch von Fördermitteln laufe das Projekt „ Soziale Stadt " in Wüstenahorn aufgrund des Engagements der Akteure vor Ort weiter. Und Christian Meyer stellte das mit einer gewissen Anerkennung fest: „Mit Geld kann das jeder!" Mindestens 65 Wohnungen entstehen dort neu, der Großteil der anderen Wohnungen wird renoviert.

 

Schwierig sei es, so Christian Meyer,  die Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus mit den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung zu vereinbaren, da die anfallenden Mehrkosten nicht 1:1 auf die Mieten umgelegt werden können. Alleine die energetische Sanierung verursachte in den letzten Jahren Baukostensteigerungen von 5 bis 8 Prozent per anno. Die Wohnbau habe sich dennoch das ehrgeizige Ziel gesetzt im Durchschnitt in den nächsten Jahren die Mieten nur um ca. 1,5 % per anno anzupassen.  Für die Wohnungen der Wohnbau gebe es mehr als tausend Interessenten.

 

2014.01.13 Stammtisch 2

 

Das aktuelle Beispiel für die Tätigkeit der Wohnbau Coburg GmbH im Bereich der Stadtentwicklung ist die Entwicklung der Ketschenvorstadt, die bis 2015 weitgehend abgeschlossen sein soll. Bis dahin werden von der Wohnbau rund 30 Millionen Euro verbaut worden sein. Von privaten Investoren kämen weitere 10 Millionen Euro dazu.

 

Eine andere Aufgabe der Wohnbau Coburg GmbH ist die Bewirtschaftung von Parkraum. Auch hier würde kräftig investiert. So habe für die Sanierung des Parkhauses Mauer und den Neubau der Tiefgarage in der Ketschenvorstadt ein Betrag von 14 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Wie teuer Parken in Coburg sein soll, wäre auch politisch zu definieren. Aber Christian Meyer gab zu bedenken: „14 Millionen investieren und für 1 Euro parken, das ist wirtschaftlich nicht darstellbar!" Und „Die Schlossplatzgarage ist nicht zum Nulltarif zu haben!" Für Christian Meyer sind die Parkhäuser auch ein Aushängeschild der Stadt: Besucher von auswärts finden deshalb saubere und helle Parkhäuser in der Vestestadt vor und das Personal ist in Stoßzeiten auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten da. Die Wohnbau Coburg betreibt eigene Blockheizkraftwerke und ca. 85 Prozent des Strombedarfs in den Parkhäusern werde somit selbst erzeugt.

 

Nachfragen gab es zu den Verkäufen von Immobilien der Wohnbau, verbunden mit der Sorge, dass private Investoren sich lukrative Objekte sichern und das Mietpreisgefüge in der Stadt nach oben treiben. Christian Meyer stellte klar, dass die Wohnbau hier wieder politischen Vorgaben folge und man sich von Objekten trenne, die Kosten verursachen und nicht für die Kernaufgabe, eben dem sozialen Wohnungsbau, geeignet seien. Die Wohnbau könne nicht alles leisten, was sich die Kommunalpolitik vielleicht wünsche. Um einen durchschnittlichen Mietpreis von 4 Euro je Quadratmeter halten zu können, müssten Kostentreiber abgestoßen werden.

 

2014.01.13 Stammtisch 4

 

Einen wichtigen Grundpfeiler für die Handlungsfähigkeit der Wohnbau Coburg sieht Christian Meyer in der hohen Eigenkapitalquote von 47 Prozent. Die Wohnbau bekommt von der Stadt kein „frisches Geld": Die Kredite der Stadt und laufende Tilgungen sind im Gleichgewicht, der Darlehensstand werde momentan gehalten.

 

Christian Meyer hält das Zusammenspiel von privaten Investoren und der Wohnbau für gut und wichtig. Angesprochen auf die „Wohnwürfel", die über der Tiefgarage in der Ketschenvorstadt von der Wohnbau gebaut werden, meinte der neue Geschäftsführer, es müsse in der Innenstadt auch erlaubt sein, höherpreisige Objekte am Markt anzubieten. Kritik erntete Christian Meyer in Bezug auf den Verkauf des früheren Einkaufszentrums in der Demo. Man habe viel zu lange nichts in die Immobilie investiert und es herunterkommen lassen. Auch das dort eröffnete „Sozialkaufhaus" bringe den Stadtteil nicht weiter. „Wir können nicht alles leisten und mussten uns von einigen Objekten lösen. Das Einkaufszentrum gehörte leider dazu!" entgegnete Christian Meyer. Aber in einigen Jahren, wenn man mit anderen Sanierungsgebieten fertig sei, soll in den Heimatring investiert werden und der Stadtteil werde dadurch wieder aufgewertet.

 

Wolfgang Weiß

17.01.2014

 

 

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