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Der neue Sachstandsbericht des Weltklimarats liegt vor

Teaserbild IPCC Logo

Ende September veröffentlichte der Weltklimarat seinen 5. Sachstandsbericht. Es gibt keine Entwarnung: Auch wenn die Temperaturerhöhung auf unserem Planeten nicht linear angestiegen ist, schreitet der Klimawandel weiter voran. Vor allem in den Ozeanen der Welt sind die Folgen deutlich zu erkennen.

 

In unseren Medien waren die großen Themen der letzten Wochen vor allem von der Bundestags- und der Landtagswahl bestimmt. Nach den Wahlen füllten Spekulationen über mögliche Koalitionen oder die Personalpolitik des bayerischen Ministerpräsidenden die Schlagzeilen. Nicht richtig angekommen ist die Nachricht, dass der Weltklimarat der Vereinten Nationen IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) seinen 5. Sachstandsbericht veröffentlicht hat. Der Weltklimarat trägt auf wissenschaftlicher Grundlage das aktuelle Wissen um den gegenwärtig laufenden Klimawandel zusammen.

 

Die Nachrichten des IPCC sind ernüchternd: Immer mehr lässt sich die Ursache der gegenwärtigen und global wirksamen Temperaturerhöhung auf den Menschen zurückführen, der durch die Emission klimawirksamer Treibhausgase, vor allem Kohlendioxid, die Zusammensetzung der Erdatmosphäre dramatisch verändert. Dramatisch deshalb, weil der Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen das Klima nachhaltig verändert. Dies hat Auswirkungen auf das Wettergeschehen auf unseren Planeten, auf die Vegetationszonen, auf Flora und Fauna insgesamt, auf menschliche Gesellschaften. "Kurs auf die 4,8-Grad-Katastrophe" hat die Berliner Tageszeitung taz ihren Artikel zur Veröffentlichung des neuen Berichts überschrieben. Denn bisher wurde politisch ein 2-Grad-Ziel formuliert: Weltweit soll der Ausstoß von Treibhausgasen so weit reduziert werden, dass bis zum Jahr 2100 die globale Durchschnittstemperatur nicht mehr als 2 Grad ansteigt. Verbunden wurde dieses 2-Grad-Ziel mit der Hoffnung, dass es nicht zu einem unkontrollierbaren Umkippen des globalen Klimasystems kommt, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt, und man bis zum Ende dieses Jahrhunderts wichtige Bereiche des menschlichen Lebens an die neue Situation anpassen kann. Schon das 2-Grad-Ziel stellt große Herausforderungen dar. Als Beispiele seien der Küstenschutz, die Umstellung der Land- und Forstwirtschaft, die Anpassung der Städte an Extremwetterereignisse oder die Neuverteilung von Lebensräumen und Ressourcennutzung erwähnt. Schon jetzt zeichnen sich globale Bevölkerungsbewegungen ab, die direkt oder indirekt mit dem Klimawandel zu tun haben (Stichwort "Klimaflüchtlinge").

 

Was hat das alles mit Coburg zu tun? Eine Menge! Gemäß dem Motto "Global denken, lokal handeln!" muss es in unserer Stadtpolitik deutliche Impulse hin zu mehr Klimaschutz geben. Wir werden nicht nur "Opfer" des Klimawandels sein, wir sind auch "Täter", um es krass zu formulieren. Wir CoburgerInnen gehören zu den Menschen auf der Welt, die im Durchschnitt mehr Treibhausgasemissionen zu verantworten haben, als unser Planet verkraftet. Im Prinzip wurde das von der Stadtpolitik bereits erkannt. Deshalb ist die Stadt Coburg seit 1993 Mitglied im Klimabündnis europäischer Städte. Deshalb hat die Stadt Coburg auch ein Integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Doch aus beidem ergeben sich bis heute keine nachhaltige Strategie, kein Schwerpunkt in wichtigen Tätigkeitsfeldern der Kommunalpolitik, keine organisatorischen Konsequenzen: Wir haben zum Beispiel eine personell unzureichend besetzte Stabsstelle Umwelt, in der nicht einmal die Pflichtaufgaben ausreichend abgearbeitet werden können. Wir haben keine Klimaschutzmanagerin bzw. keinen Klimaschutzmanager, um in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und anderen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft damit anzufangen, das Integrierte Klimaschutzkonzept umzusetzen. Wir haben kein ehrgeiziges Ziel für die Stadt und den kommunalen Energieversorger, möglichst bald die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen, damit auch regionale Wertschöpfungen zu fördern und die Abhängigkeit von Energieimporten möglichst zu reduzieren.

 

Die Stadt Coburg zeigt mit der Beflaggung vor dem Rathaus, dass Coburg keine Insel ist. Wir haben eine eigene Identität, die mit dem Stadtwappen, dem Coburger Mohr, zum Ausdruck kommt. Wir sind Teil des Freistaats Bayern und der Bundesrepublik Deutschland. Wir sind Teil der Europäischen Union. Wir sind aber auch Teil dieser unserer Welt, des Planeten Erde, dem einzigen Planeten, den wir haben. In einer globalisierten Welt wird Coburg stark von globalen Entwicklungen beeinflusst. Wir tragen aber auch, stärker denn je, zu globalen Entwicklungen bei. Das bedeutet Verantwortung.

 

Ich wünsche mir mehr Klimaschutz-Verantwortung in unserer Stadt! Dafür machen sich die Coburger Grünen stark. Wir brauchen eine starke Allianz, die im Stadtrat über Parteigrenzen hinausreicht, die Unterstützung in der Stadtverwaltung und bei anderen starken Partnern in Wirtschaft und Gesellschaft findet. Anfangen könnte man symbolisch mit einem weiteren Fahnenmast vor dem Rathaus, damit auch für den Planeten Erde beflaggt werden kann. Was sollte auf der fünften Fahne zu sehen sein? Das Logo vom Klimabündnis europäischer Städte? Das Logo vom IPCC? Oder das Logo der Vereinten Nationen?

 

Rathaus Coburg mit Flaggen

Da fehlt noch eine fünfte Fahne für unseren Planeten Erde!

 

Wolfgang Weiß

13.10.2013

 

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