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Zum Coburger Convent: Für ein offenes Miteinander statt einer ausgrenzenden Männerkultur

An Pfingsten laufen sie wieder durch Coburg. Farbentragende Burschenschaftler voll rückwärtsgerichtetem Gedankengut. Und die Stadt steht ihnen offen. Weitgehend bedingungslos wie es scheint. Nicht einmal den Fackelzug hat die Stadtspitze untersagt, der an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Die Coburger Grünen fordern eine deutlich kritischere Auseinandersetzung mit diesem längst überholten Relikt völkischer Nationalkultur.

 

„Es kann nicht angehen, dass eine erzkonservative Veranstaltung wie der Convent unsere Stadt jedes Jahr aufs Neue als Bühne missbraucht, um ihre ausgrenzende nationale und elitäre Männergesellschaft zu propagieren“, so Michael Eckstein, Bundestagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Coburg Stadt. „Einer Gruppierung, die ihre konservativen und größtenteils rechten Wertevorstellung auf den Nationalismus des 19. Jahrhunderts und einer besonderen Stellung Deutschlands gründen, müssen die Tore unserer Stadt verschlossen bleiben. Das sind wir unserer eigenen Vergangenheit schuldig.“

 

Auch wird durch die Rituale des Saufens und Fechtens ein steinzeitliches Männlichkeitsbild vorgelebt, das völlig unreflektiert den Mann als Elite der Gesellschaft vorsieht. Frauen kommen hier nicht als gleichberechtigt handelnde Personen vor, sondern dienen als schmückendes Beiwerk. Daran ändern auch die wenigen reinen Frauenverbindungen nichts, welche die unzeitgemäßen Vorstellungen ihrer männlichen Gegenstücke adaptieren und seitens der Burschenschaften gerne relativierend hervorgehoben werden. Die Grünen lehnen ein solch rückwärtsgewandtes Gesellschaftsbild entschieden ab.

 

Warum die Stadtführung so vehement an der überholten Veranstaltung festhält, darüber kann nur spekuliert werden. Eine Tradition weiterzuführen, die unserer offenen und gleichberechtigten Gesellschaft entgegensteht, kann auf keinen Fall dazu beitragen, das Bild einer weltoffenen Stadt zu vermitteln. Dabei stünde dies Coburg mit seinen international tätigen Industrieunternehmen und den Fachkräften aus aller Welt, die hier eine neue Heimat gefunden haben, gut zu Gesicht.

 

Zum Glück gibt es viele Engagierte, die aus eigener Initiative heraus ein deutliches Zeichen gegen den Reaktionismus setzen. Das zeigt die Vielfalt der Gruppen, die sich in Coburg für eine weltoffene, nachhaltige und solidarische Gesellschaft einsetzen, wie zum Beispiel Pulse of Europe, Transition Coburg oder der Verein Alternative Kultur, der seit Sonntag dem 28. Mai zu einer kritischen Informationswoche über den Coburger Convent einlädt. Allen Interessierten sei der Besuch dieser Veranstaltungen ans Herz gelegt.

 

„Dieses Informationsangebot wäre auch für die Stadtführung eine gute Gelegenheit, ihre längst überholten Ansichten zu dieser Veranstaltung zu revidieren und sich endlich auf die Seite derer zu stellen, die sich für eine Gesellschaft ohne ausgrenzende Welt-, Gesellschafts- und Menschenbilder einsetzen“, so Eckstein.

 

Wenn sich Oberbürgermeister Tessmer in seinem letztjährigen Grußwort an die Teilnehmer des Convents Misstöne seitens der Kritiker_innen verbat und meinte, der Convent trage durch seine bunten Farben zur Vielfalt in Coburg bei, dann war und ist das ein deutlich abwertendes Zeichen in Richtung aller Bürgerinnen und Bürger, die sich in unserer Stadt aktiv für eine offene und gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen.

 

 

Stephan Engels

30.05.2017

 

 

 

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